Freitag, 13. November 2009

Wineglass Bay Wanderung 08.11.09 – 13.11.09

Whineglass Bay

Wallaby

Whineglass Bay

Wineglass Bay Wanderung 08.11.09 – 13.11.09

Nachdem mein Rucksack fuer den Flug nach Tasmanien als ,heavy bag' gelabelt wurde, heißt es nun, ihn zu entkernen um fuer die Wanderung nur das Noetigste einzupacken. Und so kommt es, dass sich Sommerkleidchen, Ballerinas, Nachthemd & Co. zwecks Lagerung in einen großen Karton zwaengen muessen. Schwer wird der Backpack dennoch. Trinkwasser & Proviant fuer fuenf Tage muessen verstaut und geschleppt werden.

Mit dem Bus geht es von Hobart aus an die Tasmanische Ostkueste. In Coles Bay startet unsere Wanderung, die uns durch dichtes Dschungelgestruepp, ueber steile Felsen und hohe Berge an einsame abgelegene Straende fuehrt.

Die Schoenheit der Natur trifft mich mitten ins Herz! Schon nach wenigen Stunden in der Abgeschiedenheit ueberkommt mich eine wohlige Ruhe. Waehrend ich mich schweigend durch das Dickicht kaempfe und unser neues gelbes Zelt auf Max Ruecken vor mir erspaehe, verliere ich mich in meinen Gedanken. Die dann und wann sogar aufhoeren zu zappeln. Ja beinahe ganz und gar stillhalten. So lassen sie sich wunderbar drehen und wenden und von allen Seiten mit Bedacht betrachten.

Hier mitten im Nirgendwo kuscheln wir uns gemeinsam mit der Sonne in schoene Traeume. In der ersten Nacht schrecke ich noch hoch, weil ein freches Wallaby durch die Zeltwand hindurch versucht an unser Essen zu gelangen. Und noch waehrend ich mich frage, ob mich dies nun am Schlafen hindern wird, schlummere ich wieder.

Zudem stellt sich heraus, dass die Wallabys nun wirklich alles andere als beaengstigend sind. Diese possierlichen Tierchen sind nahezu handzahm und von ungeheurem Liebreiz. Insbesondere die Jungtiere, welche keck aus der Beuteltasche linsen oder gar eine Huepferung um unser Zelt machen.

Glueckstage.

Brisbane 23.10.09 – 03.11.09

Brisbane ist wie eine ehrliche Portion Currywurst & Pommes – schraubt man Appetit und Erwartungen nicht zu hoch, wird einen die Stadt nicht enttaeuschen.

Doch bleibe ich mir selbst treu: Ob ich an einem Ort verweile, mich wohlfuehle sowie die Richtung in die ich mich treiben lasse, ist unabdingbar mit den Menschen verknuepft, mit denen schoene, tatsaechliche Begegnungen zustande kommen. Brisbane ist ein Ort hierfuer...

Um die broeckelnde Reisekasse zu schonen und das Backpackerfeeling auch in wirklich jedem Knochen zu spueren, naechtige ich drei Tage in dem Auto eines Kumpels und husche nur dann und wann zwecks Reinigung & Nahrungsaufnahme ins Hostel.

Nachdem ich hier eine Weile durch Tage und Naechte streuener und ein unterhaltsames Maedelswochenende in Byron Bay verbringe, um noch ein paar Sonnenstrahlen zu absorbieren, steht mein naechstes Reiseziel fest: Tasmanien!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Surfers Paradise 22.10.09 - 23.10.09

Surfers Paradise erscheint wie eine geschmacklose Ménage à trois zwischen Las Vegas, Rimini und Palma de Mallorca. Es ist laut, grell und bunt.

Schon nach fuenf Minuten ueberkommt mich die Sehnsucht laut zu schreien und die kuenstlichen Permanent-Make-up-Traegerinnen und deren sabbernde Bewunderer ueber Hautkrebs aufzuklaeren.

So verkrieche ich mich lieber schon nachmittags im Hostelzimmer und haenge meinen Gedanken nach. Als ich am naechsten Tag in den Bus nach Brisbane steige, bin ich erleichtert, dieser seelenlosen Stadt zu entkommen...

Byron Bay 18.10.09 -21.10.09

Endlich Gelegenheit fuer einen Flirt mit der Sonne! Das beschauliche Byron Bay an der Ostkueste Australiens bietet neben zahlreichen bunten Surfershops vor allem strahlend blauen Himmel, Strand & Meer. Ein Genuss endlich ins luftige Kleidchen zu huepfen und sich im warmen Sand zu aalen.

Bei den Fruehstuecksvorbereitungen lerne ich Sven, Nicole und Ben kennen, die mich dann ganz spontan schon eine Viertelstunde spaeter mit in das Hippiedorf Nimbin nehmen. So geht es dann mit dem Auto durchs Hinterland in Richtung dieses bunten Ortes. Hier riecht es ueberall nach Raeuchestaebchen, Kerzenwachs und Gras. Abends kochen wir dann gemeinsam ein Backpackerfestmahl: Kangaroosteaks an buntem Gemuese zart geschwenkt in der Pfanne. Dazu Knoblauchbrot und zum Nachtisch frische Melone. Hmmmm!

Doch diese oppolente Fuetterung hat durchaus seine Berechtigung, denn am naechsten morgen geht's auf's Surfbrett. In einem Vierstudenkurs paddeln wir erst im Sand und spaeter dann durch Wellen. Schon beim zweiten Anlauf surfe ich tatsaechlich fuer einen kurzen Augenblick. Ein Weltspass! Ich will mehr. Sofort!

Doch die Vernunft klopft mir zart an die Schlaefen und errinnert mich an die Jobsuche. Und so geht' abends erst in die Rauschkugel und am naechsten Tag direkt in den Bus nach Surfers Paradise.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Sydney again 13.10.09 - 17.10.09


... mein Flieger hat Verspaetung und als ich endlich in Sydney ankomme, ist die Rezeption im Pink House nicht mehr besetzt. Ich treue Seele moechte aber natuerlich wieder in diesem familiaeren Drecksloch verweilen. Doch ich habe mal wieder Glueck! Zwei nette Franzoesinnen die mich noch vom sehen kennen, bringen mich kurzerhand in ihrem Zimmer unter und geben mir sogar einen Schluessel. So kann ich noch mit den anderen Ausgehen und beim Tanzen die Ueberreste der Erkaeltung ausschwitzen. Juche.

Langsam faellt der Sightseeingstress von mir ab. So geniesse ich es einfach mal wieder vor mich hin zu leben und der Tagtraeumerei zu froenen. An meinem ersten antibiotikumfreien Tag geht's endlich wieder joggen. Mit Laufschuhen an den Fuessen fuehlt sich der Botanische Gaerten gleich viel weniger Touristisch an. Zudem gibt's eine lutstige Backsession mit Nicky. Ohne Kuechengeraete sabbsche ich mit den Fingern einen koestlichen Teig zusammen, und strahle dabei wie ein kleines Kind beim spielen im Baggermatsch. Super!

Nach einem entspannten Nachmittag am Bondi Beach geht es dann ueber nacht mit dem Bus weiter nach Byron Bay - hey hey.

Melbourne 09.10.09 - 13.10.09

... die Jungs sind weg und ich ziehe wieder ins Hostel. Nachdem ich mich zuvor dann und wann nach ein bischen ,Ninazeit' gesehnt habe, ist es nun merkwuerdig ruhig.

Doch das Hostel in Melbourne ist ein Traum. Geoelte Holzdielen, weinrote Waende, schoene Moebel und ein Kronleuchter im Kaminzimmer. Hier lassen sich Ohrenentzuendung & Bronchitis mit zahlreichen Tassen heißer Schokolade ganz wunderbar besaenftigen.

Die naechsten vier Tage verbringe ich fuer mich und erobere mir die Stadt. Skyscraperschick trifft in Melbourne auf die Gemuetlichkeit von Strassenbahnen und den Charme von second-hand-laeden. Zauberschoen! Es geht zum Kunstbewundern und Stille genießen in die Ian Potter Gallery. Auf den Queen Victoria Market um die Einkaufstaschen mit Vitaminen zu beladen und nebenbei ueber viel Kitsch zu laecheln. Am Strand von St. Kilda laesst sich dann am Sonntagmorgen ganz wunderbar das Datingverhalten der schoenen Melbourner beobachten.

Zwischendurch gibt es immer wieder nette Begegnungen. Ein zweistuendiges Kuechengesprach mit einem freundlichen Franzosen versueßt mir den Tagesstart. Mit einer netten kleinen Muenchenerin gehe ich bummeln und in einem der zahlreichen Schokoladengeschaefte eine Tasse dieser heißen Koestlichkeit genießen.
Als es am 13.10. abends in den Flieger nach Sydney geht bin ich ein bischen traurig, denn Melbourne hat einen sehr eigenen Charme, dem ich ganz und gar erlegen bin...

Dienstag, 13. Oktober 2009

Roadtrip 02.10.09 - 09.10.09

Nach einer nahezu schlaflosen Nacht - ,Soll ich wirklich....?' - heißt es dann Augen zu und durch: Auf ins Abenteuer. Ein Roadtrip allein unter Maennern!

Und so geht es mit Christian, Clemens & Rene auf dem Princess Highway in Richtung Melbourne. Nachdem ich mich unter den Gazellen Sydneys in meinen Joggingschuhen gelegentlich ein wenig wie Bridget Jones auf Weltreise gefuehlt habe, schaffen es die Jungs auf wundersame Art, dass ich absolutely prinzessinenlike auf dem Beifahrersitz throne und gluecklich bin. Fuer sie hingegen habe ich die Funktion eines Resozialisierungsprogramms vor der Rueckkehr in den Alltag uebernommen und so ist ziemlich sicher, dass hier eindeutig von einer win-win-Situation gesprochen werden kann.

Herz und Portemonaie scheinen bei den Jungs gleichermassen ueberzuquellen und so werde ich von ihnen verzogen wie der lang ersehnte Erbfolger einer alteingesessenen Familie der Elbvororte. Nicht nur, dass ich statt Mohrruebe und Pizzacrackern nun morgens an charmant schrulligen Highwayraststaetten mit ,Eggs and Bacon on Toast' abgefuettert werde, abends koecheln auf dem Gasherd im Camper Leckereien wie Spaghetti aglio e oli mit Garnelen. Zudem darf ich in herrlich warme Pullover schluepfen und profitiere absolut von Clemens Reisapotheke. Denn die Naechte im Camper sind kalt und lang. Also huste, schnaube und schniefe ich wie eine Weltmeisterin.

Doch nicht nur die Versorgung auch die Landschaft ist ein Traum. Rote Felsen und tuerkisfarbenes Meer soweit das Auge reicht. Im Hinterland gruene Wiesen, Huegel und Schafe - ein wundersam anruehrender Kontrast.

Christians Ex-Freundin Kathrin lebt inzwischen mit ihrem Mann Mat in Melbourne und dort legen wir an Tag vier einen Zwischenstop ein. Obgleich ich angekuendigt wurde, ist sie ein wenig ueberrascht, dass es sich bei mir nicht um eine weitere Verruecktheit der Jungs handelt. Und obgleich ich kein Souvenier in exotischer Plueschtierform bin, finde ich, dass ich mich als Verruecktheit der Jungs schon sehen lassen kann. Doch Kathrin reagiert super und so finde auch ich hier ein gemuetliches Plaetzchen zu schlafen und bekomme natuerlich ein Stueck leckere Kartoffeltortilla und ein Glas wohlschmeckenden Rotwein ab.

Am naechsten Tag geht es dann wahlweise mit Camper oder Motorrad weiter in Richtung ,Great Ocean Road'. Die kurvige Strasse kuschelt sich hier an die Kueste wie ein verliebter Teenager an seine erste Sommerliebe. Doch der Abgrund ist steil ,und ich bin schließlich keine 18 mehr'. So schrecke ich bei besonders abschuessigen Stellen aengstlich zurueck. Freilich ist die Aussicht herrlich und die beruehmten Steinformationen wie die ,Twelve Apostles' bringen bei Abenddaemmerung einen ganz eigenen Zauber mit sich.

Mein Husten jedoch hat sich verschlimmert und nach einer stuermischen Nacht in Port Campell schmerzt nun auch das Ohr. Und so geht es zurueck in Richtung Melbourne wo Kathrin schon einen Arzttermin fuer mich vereinbart hat. Abends gibt es dann erst heissen Tee und Pizza, spaeter dann einen Schlafplatz im Warmen - wundervoll! Nachdem der Doktor Bronchitis & Ohrenentzuendung diagnostiziert hat, beschliesse ich, dass es eventuell Zeit fuer eine zweite Jeans ist. Und so wird am Nachmittag in der Innenstadt geshoppt. Kaum zuhause in die neue Hose geschluepft bricht auch schon der Abschiedsabend der Jungs an und wir gehen aus. Beim Aethopier gibt's es allerlei exotische Gaumenkitzel. Ganz wunderbar ist, dass gemeinsam von grossen Platten genascht wird. Mit den Haenden - welch koestliche Ferkelei!
Beim Abschied kullern dann aber doch ein paar Traenchen...